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mC1 – Dramatik bis zur letzten Sekunde

TSV Weinsberg - SG BBM Bietigheim 21:22 (10:9)

Als ob die Mannschaft von Markus Gehrke sich das Auswärtsspiel der Herrenmannschaft in Essen als Vorlage genommen hatte, so entwickelte sich auch am Samstag in der Weibertreuhalle ein an Spannung kaum zu überbietendes C-Jugendspiel zwischen dem TSV Weinsberg und der SGBBM.

Von Beginn an war es ein sehr emotionales Spiel, welches sich ebenfalls auf die gut besuchten Ränge auswirkte. Die Gäste aus Bietigheim kamen gut in die Partie und konnten nach 4 Minuten mit 3:1 in Führung gehen. Dann jedoch kam ein Bruch in das Spiel der SG und die Weinsberger Jungs konnten mit einem 5 Tore Lauf 6:3 in Führung gehen. Erst nach weiteren 6 Minuten konnte Moritz M. den Anschluss an den TSV wieder herstellen. Nach dem nächsten 3-Tore Vorsprung der Gastgeber zog Markus seine zweite Auszeit und stellte die Mannschaft im Angriff um. Die Auszeit zeigte Wirkung und die SG konnte innerhalb von 2 Minuten ausgleichen. Bis zum Pausenpfiff ließen die SG-Jungs nun nicht mehr abreißen so dass Weinsberg nur mit einem knappen Vorsprung (10:9) in die Pause ging. Bot die erste Halbzeit schon ein abwechslungsreiches und spannendes Spiel, so sollte die zweite Halbzeit dies nochmals toppen.

Zu Beginn der Halbzeit konnte Weinsberg immer wieder mit einem oder zwei Toren in Führung gehen, so dass die SG ständig einem Rückstand hinterherlaufen musste. Nach einer schönen Einzelaktion landete Theo S. in der 32. Minute unglücklich auf dem Knie und konnte das Spiel leider nicht fortsetzen. Neben der dünnen Personaldecke und dem Ausfall von Theo kamen in der zweiten Halbzeit auch noch vier 2-Minuten Strafen für die SG dazu, so dass wieder einmal Kondition gefragt war.

In der 38. Minute konnte David S. mit einem schönen Wurf aus dem Rückraum erstmals in der zweiten Halbzeit ausgleichen und nach einer tollen Parade von Levy O. verwandelte Felix W. den Gegenstoß eiskalt zur ersten Führung. Leider konnten die Gäste diese Führung nicht ausbauen, und so konnte der Gastgeber immer wieder über ihre großgewachsenen Rückraumspieler ausgleichen und die Führung erobern.

In den letzten fünf Spielminuten überschlugen sich dann die Ereignisse. Zuerst konnte die SG auf 20:19 verkürzen woraufhin der Weinsberger Trainer seine Auszeit zog. Diese zeigte nicht die gewünschte Reaktion, denn der nun wieder im Tor agierende Leo S. konnte einen Schuss entschärfen. Im anschließenden Angriff der SG wurde Paul K. heftig angegangen so dass er zum Schrecken der SG-Anhänger kurz liegen blieb. Trainer Markus Gehrke hatte den Schiedsrichter wohl zu vehement auf das Foul hingewiesen, denn neben dem Weinsberger Spieler bekam auch er die eine 2-Minuten Strafe, so dass beide Mannschaften bis kurz vor Schluss reduziert waren. Durch die bereits drei verschossenen 7-Meter hielten sich die Stammschützen der SG beim fälligen Strafwurf dezent zurück. Mit viel Selbstvertrauen schnappte sich Jan K. den Ball und verwandelte souverän zum 20:20 Ausgleich. Die mehr und mehr verunsicherten Gastgeber leisteten sich im Angriff wieder einen Fehler so dass die SG mit einem schönen Wurf von Linksaußen die Führung erzielte. Eine Minute vor dem Ende gelang dem TSV der schnelle Ausgleich und Bietigheim hatte den Ball. Der Angriff wurde lang ausgespielt doch der Abschluss war nicht platziert genug, so dass der TSV wieder im Ballbesitz war und mit der schnellen zweiten Welle nach vorne wollte – doch der letzte Pass war zu ungenau und konnte durch die SG abgefangen werden die daraufhin ebenfalls schnell nach vorne spielte und den freien Mann am Kreis fanden – jedoch hatte Markus bereits zum Entsetzen der SG-Fans die grüne Karte gelegt und das Spiel war unterbrochen. Nun waren noch 20 Sekunden zu spielen. Die Uhr zeigte noch 4 Restsekunden an, als Moritz M. mit seinem Wurf nur den Pfosten traf. Da er aber in der Luft geschoben wurde gab es nach Ablauf der regulären Spielzeit noch einen direkten Freiwurf. Als sich die sechs großen Jungs der TSV vor Paul K. zum Block aufbauten wurde es doch sehr dunkel – Paul jedoch kippte bei seinem Wurf nach rechts weg und warf - auch zur Überraschung des sonst guten Torhüters - um den Block herum ins Tor zum 22:21. Was danach folgte war das blanke Entsetzen bei der Heimmannschaft und deren Fans und ein unbeschreiblicher Jubel auf Seiten der SG.

Wieder einmal zeigte die SG eine tolle Moral mit großen Willen und es bestätigte sich einmal mehr, dass es sich immer lohnt weiter zu kämpfen, denn ein Spiel ist erst nach 50 Minuten beendet.

Am kommenden Samstag geht es nun zum nächsten Auswärtsspiel bei der HSG Hohenlohe, bevor dann im März das letzte Spiel gegen Habo Bottwar ansteht.

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